II.8.1.3. Webforen

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Webforen unterscheiden. Klassische Webforen bilden die Beziehungen zwischen den einzelnen Beiträgen zu einem Thema in einer hierarchischen Baumstruktur ab. Dadurch wird klar, wer auf welchen Beitrag geantwortet hat. Jeder einzelne Beitrag wird dabei auf einer eigenen Webseite dargestellt. „Bulletin Boards“, auch einfach „Boards“ genannt, greifen auf eine lineare Darstellung der Themenbeiträge zurück, von denen mehrere pro Seite angezeigt werden.[78] Die nachfolgende Erklärung bezieht sich hauptsächlich auf Boards, da diese die klassischen Webforen mittlerweile weitgehend verdrängt haben.

Bei Webforen ist eine Anmeldung meist nur notwendig, wenn man selbst Beiträge verfassen will. Die Anmeldung selbst ist relativ unkompliziert, da sie komplett mit dem Browser durchgeführt werden kann. Die Links, die zur Erstanmeldung führen, lauten meist „Registrieren“ oder „Mitglied werden“, während die Links „Login“ oder „Anmelden“ zur Anmeldung am System für bereits registrierte Benutzer führen. Anzugeben ist bei der Registrierung wenigstens eine E-Mail-Adresse, ein Wunschpasswort sowie ein Wunschbenutzername. Man sollte sich schon vorher informieren, ob in einem Forum informelle oder eher formelle, am richtigen Namen orientierte Benutzernamen üblich sind, da diese bei jedem Beitrag angezeigt werden. Auch bei Webforen wird wie bei Mailinglisten in der Regel direkt nach der Registrierung eine E-Mail verschickt, die Informationen darüber enthält, wie die Registrierung abgeschlossen werden kann. In den meisten Fällen genügt es, einem in der E-Mail angegebenen Link zu folgen. Das Benutzerkonto ist dann freigeschaltet. Bei Verlust des Passworts sollte man die „Passwort vergessen“-Funktion benutzen, mit der man ein neues, automatisch generiertes Passwort per E-Mail zugeschickt bekommt. Doppelregistrierungen sind hingegen verpönt und meist auch in den Forumsregeln ausdrücklich verboten.

Abbildung II.8.4. Bildschirmausschnitt: Persönliches Kontrollzentrum auf Geschichtsforum.de (12.09.2006)

Bildschirmausschnitt: Persönliches Kontrollzentrum auf Geschichtsforum.de

Als Erstes sollte man seine persönlichen Einstellungen pflegen. Moderne Foren-Software bietet jedem Benutzer ein Kontrollzentrum, in dem er biografische Angaben machen kann, welche für andere Benutzer einsehbar sind. Außerdem kann er sein Passwort oder seine E-Mail ändern sowie eine Signatur angeben. Die Signatur wird automatisch unter jeden geschriebenen Beitrag gesetzt. Beliebt sind Aphorismen und Zitate, allerdings sollte die Signatur nicht zu lang ausfallen. Ist sie regelmäßig länger als der eigentliche Beitrag, erregt das den Unmut der anderen Benutzer. Hilfreich ist auch die Funktion der privaten Nachrichten: Jedem anderen Benutzer des Webforums kann darüber eine vertrauliche, nicht öffentliche Nachricht gesendet werden.

Die Startseite eines Forums bietet eine Übersicht über alle thematischen Kategorien, auch „Unterforen“ genannt. Daneben stehen zu jeder Kategorie umfangreiche Statistiken zur Verfügung, darunter die Anzahl der Themen bzw. Threads, die Anzahl aller geschriebenen Beiträge und der Zeitpunkt, zu dem der letzte Eintrag getätigt wurde. Zusammen mit der Gesamtzahl der registrierten Benutzer lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Aktivitäten im Webforum ziehen. Nur bei gut besuchten Webforen ist die Wahrscheinlichkeit groß, zeitnahe Antworten zu erhalten.

Die Unterforen können ihrerseits wiederum andere Unterforen oder einzelnen Themen enthalten. Die Themen sind in der Regel chronologisch geordnet, wobei das Thema mit der aktuellsten Eintrag oben steht. Wenn ein Unterforum schon viele Themen enthält, sind sie der Übersichtlichkeit halber auf mehrere Seiten aufgeteilt. Zu jedem Thema sollten ebenfalls einige Statistiken angezeigt werden, darunter der Nickname des Erstellers, die Anzahl der Antworten sowie Autor und Zeitpunkt des letzten Eintrags. Wer ein neues Thema starten möchte, kann dies mit einem Klick auf „neues Thema“ tun.

Abbildung II.8.5. Bildschirmausschnitt: Ansicht eines Unterforums im Webforum des Nachrichtendienstes für Historiker (12.09.2006)

Bildschirmausschnitt: Ansicht eines Unterforums im Webforum des Nachrichtendienstes für Historiker

In der Themenansicht werden die Beiträge meist in flacher Brettstruktur angezeigt, d.h. alle Nachrichten werden von oben nach unten angeordnet, mit dem neuesten Eintrag zuletzt. Aktuelle Bulletin Boards erlauben auch eine alternative Darstellung als Baum. Zu jedem Eintrag ist angegeben, wer ihn erstellt hat, außerdem existieren verschiedene Links zum Anzeigen des jeweiligen Benutzerprofils sowie zum Senden einer E-Mail oder einer privaten Nachricht an den Benutzer. Will man auf einen konkreten Beitrag Bezug nehmen, empfiehlt sich ein Klick auf „zitieren“. Der Inhalt des Beitrags wird dann automatisch in die eigene Antwort übernommen. Eine sehr praktische Funktion ist die Möglichkeit, ein Thema zu abonnieren. Bei neuen Beiträgen im entsprechenden Thema erhält man eine Benachrichtigung per E-Mail. Wer auf Antworten zu eigenen Beiträgen wartet, muss dann nicht jedes Mal die Seite aufrufen um zu kontrollieren, ob bereits jemand geantwortet hat. Das Abonnement eines Themas kann im Kontrollzentrum wieder rückgängig gemacht werden.

Abbildung II.8.6. Bildschirmausschnitt: Themenansicht auf Geschichtsforum.de (12.09.2006)

Bildschirmausschnitt: Themenansicht auf Geschichtsforum.de

Eine Besonderheit von Boards ist die Möglichkeit, den Text von Beiträgen fast beliebig formatieren sowie Bilder und Links einbinden zu können. Dazu benutzen Boards, sofern diese Funktion angeboten wird, eine eigene einfache Auszeichnungssprache. Die direkte Eingabe von HTMLschlage den Begriff HTML im Glossar nach zur Formatierung ist aus Sicherheitsgründen fast immer deaktiviert. Eine ausführliche Erklärung zur Beitragsformatierung würde an dieser Stelle zu weit führen. Außerdem stehen in den Webforen umfangreiche Hilfetexte sowie Buttons zur Verfügung, mit denen man Textformatierungen wie kursive Schrift, Bilder oder Links per Mausklick in einen Beitrag einfügen kann. Viele Emoticons werden im Beitragstext automatisch durch eine grafische Darstellung, den sogenannten Smileysschlage den Begriff Smileys im Glossar nach, ersetzt. Wer sich unsicher ist, wie der Beitrag später angezeigt wird, sollte die Vorschaufunktion benutzen. Außerdem besitzen die meisten Boards ein Unterforum zum Testen der Forumsfunktionen. Hier kann man üben, ohne dass sich jemand daran stört.

Wer ein neues Thema eröffnen will, sollte sich vorher vergewissern, dass es nicht schon einmal gestellt wurde, da einige Forumsmitglieder ziemlich genervt auf doppelte Themen reagieren. Die Suchfunktion moderner Boards ist sehr leistungsfähig und erlaubt neben der Verwendung boole'scher Operatoren unter anderem eine Einschränkung nach thematischer Kategorie und Zeitpunkt der Erstellung eines Beitrags. Bei einigen Webforen ist die Suchfunktion jedoch deaktiviert, da sie den Server stark belasten kann.

Ein Löschen des Benutzerkontos ist nur selten möglich. Wer sich nicht mehr an Diskussionen in einem Webforum beteiligen möchte, lässt sein Konto einfach ruhen.



[78] Vgl. Stefan Münz, „Foren und Boards“, 2006, online unter: http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/gedanken/foren-boards/http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/gedanken/foren-boards/ (in einem neuen Fenster), Abruf: 31.10.2006.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier