II.4.3. Nutzen und Validierung von Online-Bibliothekskatalogen und Literaturdatenbanken

Der Nutzen von Online-Bibliothekskatalogen steht außer Zweifel. Für die Recherche von Sekundärliteratur sind sie das wichtigste Hilfsmittel. Darüber hinaus ist der Anbieter in der Regel bekannt und vertrauenswürdig. Doch gerade diese vermeintliche Sicherheit birgt einige Gefahren.

Einerseits ist in OPACs oft nur selbständig erschienene Literatur verzeichnet, also Monografien, Sammelbände und Zeitschriftentitel, allerdings keine Einzelaufsätze, die in Zeitschriften erschienen sind. Eine parallele Suche im OPAC, einem Bibliotheksverbundskatalog und in Aufsatzdatenbanken ist daher unerlässlich. Andererseits ist nie sichergestellt, dass bei der Suche nach Titelwörtern oder Stichwörtern wirklich die komplette zu einem Thema passende Literatur gefunden wird bzw. vermeintlich passende Werke tatsächlich das gesuchte Thema behandeln, selbst wenn man viele verschiedene Stichwörter und Abwandlungen davon durchprobiert.

Es empfiehlt sich daher ein Vorgehen nach dem „Schneeballsystem“. Mit Hilfe des OPACs und einschlägiger Aufsatzdatenbanken sollte man versuchen, möglichst aktuelle Publikationen zu einem Thema zu ermitteln. Anschließend sollte man einen Blick in die Bücher und Aufsätze werfen, um sich davon zu überzeugen, dass sie auch tatsächlich das Thema in gewünschter Weise behandeln. Ist das der Fall, sollte man sich die Literaturangaben des Autors ansehen. Die dort erwähnten Bücher und Aufsätze können dann wieder mit dem OPAC oder Aufsatzdatenbanken auf Verfügbarkeit überprüft werden. Dieses Prozedere kann noch einige Male wiederholt werden, bis man in ausreichender Weise mit Fachliteratur versorgt ist. Ergänzend dazu kann man weitere Literaturangaben aus Enzyklopädien und verschiedenen Online-Quellen gewinnen.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier