Benutzung von Compiler und Interpreter (JVM)

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Den Programmcode selbst schreibt man in der Regel in eine ganz normale Textdatei. Hierzu reicht theoretisch Notepad oder Wordpad, allerdings ist ein Texteditor, der die Zeilen durchnummeriert, oft recht sinnvoll (bei der Fehlersuche). Ich kann folgendes Programm empfehlen (für Windows): Proton31 von Uli Meybohm (http://www.meybohm.de). Unter Linux tut's KWrite oder ein ähnlicher Texteditor, der Zeilennummern und "Syntax-Highlighting" unterstützt (gehört zur KDE-Grundausstattung). Ansonsten kann man selbstverständlich auch vi, emacs oder Sonstiges verwenden.

Erstellen wir nun ein allererstes Programm:
legen wir im Verzeichnis C:\javakurs (Windows) oder im Verzeichnis /home/benutzername/javakurs (Linux) eine einfache Textdatei an und schreiben folgenden Code hinein:

public class HalloWelt {
   
  public static void main(String[] args) {

    System.out.println("...ein stinklangweiliges HalloWelt-Programm");

  }
  
}

Erklärungen dazu folgen im nächsten Kapitel. Speichern wir die Datei als HalloWelt.java (im Editor beim Dateityp "alle Dateien" auswählen und als Name HalloWelt.java eintippen). Die Klasse ("class HalloWelt") muss unbedingt den selben Namen haben wie die Datei. Unbedingt darauf achten, dass sich kein Tippfehler einschleicht. Der Mensch kann bei natrülichen Sprachen eventuelle Fehler aus dem Kontext heraus korrigieren, der Computer als Blechtrottel quittiert allerdings schon beim kleinsten "Vertipper" den Dienst.
Jetzt wechseln wir in der MS-DOS-Eingabeaufforderung ins Verzeichnis C:\javakurs (Linux: /home/benutzername/javakurs), wo auch unsere frisch erstellte Datei liegt. Der Java-Compiler wird nun mit dem Befehl javac gestartet:

Windows: C:\javakurs>javac HalloWelt.java
Linux: [benutzername@lhostname javakurs]$ javac HalloWelt.java

Nach kurzer Zeit ist der Compiler fertig und die Kommandozeile erscheint wieder. Hat sich ein Fehler im Quelltext eingeschlichen, dann meldet der Compiler die (vermutete) Art des Fehlers und in welcher Zeile er diesen gefunden hat. Auf Fehlermeldungen wird man im Laufe der Zeit noch oft stoßen: um die vielfältigen Fehlermeldungen für sich zu nutzen, um Fehler schnell zu finden, bedarf es etwas Praxis, aber die kriegen wir noch. ;)
Meldet sich das System mit der Meldung, dass der Befehl "javac" nicht gefunden werden konnte, wurde die PATH-Umgebungsvariable nicht korrekt gesetzt (siehe Kap. 2).

Wenn wir jetzt ins Verzeichnis C:\javakurs schauen, sehen wir, dass der Compiler eine neue Datei erzeugt hat, nämlich HalloWelt.class. Dateien mit der Endung .class sind kompilierter Java-Byte-Code (man kann sie ja mal öffen und versuchen, sie mit einem Texteditor anzusehen ;)).
Im vorigen Kapitel sagte ich, Java brauche auch einen Interpreter, die JVM. Diese wird mit dem Befehl java gestartet:

Windows: C:\javakurs>java HalloWelt
Linux: [benutzername@hostname javakurs]$ java HalloWelt

Jetzt wird das Programm ausgeführt und wir sehen unseren Ausgabetext. Zu beachten ist, dass die Dateiendung (.class) hier nicht mehr angegeben wird!
Das ganze Prozedere kann man sich auf diesem Screenshot ansehen (unter Windows):

screenshot

Da der Aufruf so recht unbequem ist, kann man sich auch eine Verknüpfung auf den Desktop legen und ihm folgendes Ziel zuweisen (Windows):
C:\jdk1.4\bin\java.exe HalloWelt

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