Installation des JDK

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Grundsätzlich gibt es zwei Werkzeuge, Programmcode ausführbar zu machen: Compiler und Interpreter.

Während ein Compiler den Programmcode direkt in Maschinensprache (eine Sequenz aus 0 und 1) übersetzt und die daraus entstehende Datei direkt ausgeführt werden kann, liegen Programme in Sprachen, die einen Interpreter benötigen, im Quellcode vor. Will man das Programm ausführen, so übergibt man dem Interpreter die Quellcode-Datei, der Quellcode wird deshalb bei jedem Aufruf neu übersetzt.

Typische "Interpretersprachen" sind Basic, LISP, Perl, Tcl, PHP, Python, Java u.v.a.
Typische "Compilersprachen" sind VisualBasic, Delphi, COBOL, C/C++, Java u.v.a.

Dass jetzt Java bei beiden steht, hat schon seine Richtigkeit, denn Java verwendet beides! Bei Sprachen, die mit einem Compiler übersetzt werden, ist das besondere Problem, dass das Programm oft abhängig vom Betriebssystem ist, besonders bei der Window- oder Grafikprogrammierung. Java sollte eine Sprache sein, die aber völlig plattformunabhängig läuft, gerade im Internetzeitalter ein nicht zu unterschätzender Vorteil: man schreibt ein Programm auf Windows, lädt es über das Netz auf einen Linux-Rechner und kann es sofort verwenden. Der Java-Compiler erzeugt keinen kompletten Maschinencode, sondern sog. Byte-Code. Dieser muss dann nochmals, um ausgeführt werden zu können, durch einen Interpreter, die JVM (Java Virtual Machine), geschickt werden. So wird die Plattformunabhängigkeit von Java gewährleistet. Weil Interpretersprachen tendenziell langsamer sind, arbeiten die modernen Compiler so, dass sie rechenintensive Passagen selbst erkennen und direkt in Binärcode (Maschinencode) umwandeln ("HotSpot-Compiler"). Auch durch den Einsatz von JIT-Compilern (Just In Time) wurde die Geschwindigkeit von Java erhöht.

Fr Java gibt es einige hochwertige Entwicklungstools, z.B. Borland J-Builder oder VisualJ++ von Microsoft. Für die meisten Dinge reicht aber das JavaDevelopmentKit (JDK) von Sun, den Vätern von Java, allemal!
Die aktuelle Version ist das JDK1.4.1, kostenlos zu beziehen unter:
http://java.sun.com/j2se/downloads.html
Ladet euch sowohl die JRE (JavaRuntimeEnvironment, für Browser und Laufzeitumgebung des Systems) als auch das SDK (SoftwareDevelopmentKit) herunter. Zusammen sollten etwa 150MB (mit Beispielcodes) auf der Platte freigeräumt werden. Zusätzlich kann unter dieser URL auch die Java-Doku gesondert bezogen werden.
Die Installation ist einfach: einfach auf das exe-File klicken und den Instruktionen folgen. Ich habe das JDK bei mir unter C:\jdk1.4 installiert, bei der JRE kann ruhig der vorgeschlagene Pfad verwendet werden. Der Java-Compiler und viele andere Tools liegen jetzt im Verzeichnis C:\jdk1.4\bin.
Unter Linux habe ich den Pfad /usr/local/jdk1.4/bin gewählt.

Leider war's das noch nicht ganz: folgende Zeile muss unter Windows der Datei "autoexec.bat" im Verzeichnis C:\ hinzugefügt werden:

SET PATH=C:\jdk1.4\bin;%PATH%

Diese Zeile einfach ans Ende anfügen, speichern und neu starten. Hiermit wird der PATH- Umgebungsvariablen mitgeteilt, wo der Java-Compiler im System zu finden ist. Die Pfadangabe muss bei anderem Installationspfad natürlich angepasst werden.
Bei WinXP und WinNT ist der Eintrag des Pfades in den Umgebungsparametern des Systems vorzunehmen. Dieser ist in der Regel unter dem Menü "Start --> Systemsteuerung --> System". Hier muss der Reiter "Systemvariablen" angewählt werden. Der Pfad kann hier einfach bei den Systemvariablen unter "Path" angehängt werden (mit Komma getrennt). Die Pfad-Variable könnte dann so aussehen (Abspeichern nicht vergessen):

PATH=C:\Windows;C:\Windows\COMMAND;C:\jdk1.4\bin

Alternativ dazu kann auch unter XP (aus Kompatibilität zu älteren Win-Versionen) eine Datei "autoexec.bat" ins Verzeichnis C:\ gelegt werden, mit demselben Eintrag wie bei älteren Windows-Versionen (SET PATH=C:\jdk1.4\bin;%PATH%).

Unter Linux fügt man der PATH-Umgebungsvariable einen neuen Pfad mit folgendem Shell-Befehl an:

export PATH=$PATH:/usr/local/jdk1.4/bin

Die Umgebungseinstellungen beim Start sind übrigens in der Datei /etc/profile.d (systemweit) zu finden, oder benutzerspezifisch in der (versteckten) Datei .bashrc im Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers. Eine praktische Lösung ist es, obigen Shell-Befehl in die Datei .bashrc im Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers einzufügen. Diese Datei ist versteckt und wird nicht gelistet, kann aber beispielsweise mit "vi" aufgerufen werden (zur Handhabung von "vi" oder anderen Texteditoren empfehle ich einen Blick in die man-pages oder das Linux-Handbuch). Ruft der Benutzer das Terminal auf, steht der Pfad zum Java-Compiler speziell für den jeweiligen Benutzer zur Verfügung.

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